stern TV am 12. Juli 2017, 22:15 Uhr live bei RTL - auch mit diesem Thema

 

Tierwohl oder Tierleid? Streit um die Schweine der Ministerin

Bevor Christina Schulze Föcking NRW-Landwirtschaftsministerin wurde, drehte sich der Job der  CDU-Politikerin vor allem um Schweine: Gemeinsam mit ihrem Mann führte Schulze Föcking zwei Mastbetriebe in Steinfurt - bis zur Minister-Ernennung waren die beiden mit je 50 Prozent an den Höfen beteiligt. Beide Betriebe sind mit dem QS-Siegel ausgezeichnet. Außerdem gab es regelmäßige Kontrollen durch eine Tierärztin und das zuständige Veterinäramt - alles so wie vorgeschrieben. Man fühle sich „aus tiefer Überzeugung dem Wohl der Tiere verpflichtet“, heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme. Jetzt aber sind Bilder aus den Ställen aufgetaucht, bei denen sich die Frage nach dem Tierwohl stellt: Zu sehen sind verdreckte Ställe und zum Teil schwer verletzte Tiere mit angefressenen, entzündeten Schwänzen. Außerdem dokumentiert das Material, „dass in zwei Nächten das Wasser in den Nippeltränken abgestellt war“, sagt Christian Adam von der Tierschutzorganisation „tierretter.de e.V.“.

stern TV hat den Hof mit den Vorwürfen konfrontiert. In der schriftlichen Stellungnahme des Betriebs heißt es dazu: „In einem kurzen Zeitraum des ersten Halbjahres 2017 kam es innerhalb der Mast des Betriebes zu außergewöhnlichen Krankheitsverläufen.“ Der Betrieb habe aber sofort eine veterinärmedizinische Behandlung der Tiere veranlasst. Zudem „sahen wir uns gemeinsam mit der Tierärztin gezwungen, in einzelnen Fällen Nottötungen durchzuführen“, heißt es in dem Schreiben. Ganz anders beurteilt die Tierärztin Dr. Ophelia Nick die Bilder. Sie spricht bei den Verletzungen von einem „sehr großen Ausmaß“ und sagt: „Das ist ein Leiden, was unbeschreiblich ist. Das ist kaum zu ertragen, da hinzuschauen.“  Über die Bilder aus Steinfurt und die Frage, was Verbraucher von einem Schweinemastbetrieb erwarten dürfen, spricht Steffen Hallaschka live bei stern TV mit Christian Adam, Ophelia Nick und dem zuständigen Kreisveterinär Dr. Christoph Brundiers.

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