ZDFzeit | Deutschlands Sportstars (Teil 1) – Gold, Fans und Tränen

Format
Sendetermin
1. Juni 2021 - 20:15
Sender
ZDF

Sportstars - wir feiern sie, wir bewundern sie. Stars können aber auch schnell die Gunst ihrer Fans wieder verspielen. Doch wer ist ewig in unseren Herzen? Wer sind unsere Ikonen? Eine Weltklasse-Leistung ist sicherlich die Grundvoraussetzung. Aber ihre Karriere wird auch von Emotionen geprägt. In zwei Teilen zeichnet "ZDFzeit" den Weg berühmter Sportler und Sportlerinnen nach.

Die Zuschauer werden mit auf eine besondere Zeitreise an einen besonderen Erinnerungsort genommen. Dort begegnen unsere Sporthelden ihrer eigenen Vergangenheit. Die Kindheit, die ersten Erfolge, der Weg an die Spitze, die Rückschläge – für alle Lebensstationen lässt "ZDFzeit" durch lange vergessene Fotos und Privatvideos sowie überraschende Erinnerungsstücke die entscheidenden Momente ihrer Heldenreise noch einmal lebendig werden. Prominente und Sportexperten kommentieren den Werdegang unserer Sportstars, unter anderen Veronica Ferres, Johannes B. Kerner, Günther Jauch, Gregor Gysi, Katrin Müller-Hohenstein, Rudi Cerne, Claudia Neumann, Patricia Riekel und IOC-Präsident Thomas Bach.

Die erste Folge beschreibt den Weg von Schwimmerin Franziska van Almsick, Gewichtheber Matthias Steiner und Turner Fabian Hambüchen.

Franziska van Almsick war 14 Jahre alt, als sie bei den Olympischen Spielen in Barcelona 1992 auf der Weltbühne auftauchte, über 200 Meter Freistil Silber gewann und insgesamt vier Medaillen holte. Für Dr. Jeannine Ohlert von der Sporthochschule Köln ist ihr kometenhafter Aufstieg ein Grund für die bis heute anhaltende große Beliebtheit der Schwimmerin: "Ich glaube, das was uns fasziniert an Sportlern, ist eben das Außergewöhnliche. Und wenn sie eben sehr jung schon so gut ist, dann ist das natürlich sehr außergewöhnlich." Die sportliche Leistung allein erklärt aber noch nicht das ganze Phänomen "Franzi". Mit ihrer unbekümmerten Art und der frechen Berliner Schnauze eroberte sie die Herzen der Zuschauer im Sturm. Das "Mädchen aus Ostberlin" avancierte in den Jahren nach der Wiedervereinigung Deutschlands zum gesamtdeutschen Sportstar.

Bei Matthias Steiner sorgte 2008 in Peking eine besondere Geste dafür, dass er zum Sporthelden und Liebling der Nation wurde. Bei der Siegerehrung präsentierte er ein Foto seiner ein Jahr zuvor tödlich verunglückten Ehefrau. Für sie hatte er nach dem schrecklichen Unfall an seinem Traum vom olympischen Gold festgehalten und war in einem dramatischen Wettkampf über sich hinausgewachsen. Nie zuvor und nie mehr danach stemmte er das unfassbare Siegesgewicht von 258 Kilogramm in die Höhe. Millionen Fernsehzuschauer waren tief berührt. Die Szene ist für IOC-Präsident Thomas Bach ein ganz besonderer olympischer Moment: "Der stärkste Mann der Welt in Tränen. Das ist eine olympische Geschichte, die ihresgleichen sucht."

Fabian Hambüchen träumte schon als kleines Kind von olympischem Gold. Dafür trainierte er mit seinem Vater Wolfgang in seiner Geburtsstadt Wetzlar knallhart. Mit sechs Jahren wurde Fabian Hessenmeister, mit zwölf Deutscher Meister. Als 16-Jähriger startete er 2004 bei den Olympischen Spielen in Athen. Doch nach Bronze in Peking 2008 und Silber in London 2012 drohte vor Olympia in Rio 2016 eine Schulterverletzung seinen Lebenstraum von der Goldmedaille zu zerstören. Mithilfe der Sportmedizin wurde der Turner erst im letzten Moment fit und schaffte den langersehnten Sieg. Heute steht das "Gold-Reck" in einer Turnhalle in Wetzlar.

Ein Film von Andrea Rudnick und Daniel Koschera       Kamera: Uwe Irnsinger, Davide Castellana       Deutschland 2021